Linsenfehler

Verzeichnung

Bei der Herstellung von Kameraobjektiven wird versucht, die Verzeichnung, die bei Linsenprojektionen naturgemäß auftritt, zu eliminieren. Aufgrund des hohen technischen Aufwandes ist dem Versuch, durch Einsatz asphärischer Linsen die Verzerrungen auszugleichen, jedoch eine Grenze gesetzt, erst recht, wenn die Brennweite der Objektive veränderbar ist. Selbst die teuersten Objektive weisen bei bestimmten Brennweiten immer noch Restverzeichnungen auf, die besonders am Bildrand sichtbar werden und teilweise zu sehr unerwünschten Effekten führen können. Besonders deutlich zeigt sich das bei Aufnahmen gerader Linien oder Kanten mit Zoom-Objektiven bei extremer Weitwinkeleinstellung (eher tonnenförmige Verzeichnung) oder extremer Teleeinstellung (eher kissenförmige Verzeichnung).

Es gibt eine Reihe von Bildbearbeitungsprogrammen, mit deren Hilfe es dem Fotografen möglich ist, bei einzelnen Bildern durch manuelle Einstellungen diese Effekte weitestgehend zu beseitigen. Abgesehen davon, dass meist keine reine tonnenförmige oder kissenförmige Verzeichnung auftritt, sondern eine Mischform aus beiden, erfordert dieses Vorgehen einen relativ großen Zeitaufwand, und es ist fraglich, ob sich dieser bei einer größeren Anzahl digitaler Fotos noch lohnt. Dazu kommt, dass so nur schwer eine zufriedenstellende Genauigkeit erreicht werden kann, erst recht, wenn die Abbildungen für Messungen (Distanz, Winkel) benutzt werden sollen.


Vignettierung

Die Vignettierung ist ein weiteres Problem, das mit Kameraobjektiven auftritt: Es verdunkelt sich die Abbildung in Richtung Bildrand. Dieser Effekt verstärkt sich in erster Linie mit kleiner werdendem Blendenwert und höherer Brennweite. Da auch dieser Bildfehler nicht immer linear verläuft, lässt er sich nur sehr schwer mit herkömmlichen Bildbearbeitungswerkzeugen und der Helligkeits- beziehungsweise Kontrastkorrektur beseitigen.


Kalibrationstafel tonnenförmig verzerrt,
mit Vignettierung



Kalibrationstafel nach Bearbeitung mit ImageIron
(Rand unbeschnitten)
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